#2 Der 4-Schritte-Plan, um deine Stärken zu finden

Deine Stärken zu kennen, kann für viele Situationen in deinem Leben hilfreich sein. Zum Beispiel bei der Frage, was Du beruflich machen möchtest. Aber auch für andere Bereiche deines Lebens lohnt es sich, genauer hinzuschauen und herauszufinden, was Du besonders gut kannst. Mit deinen Stärken kannst Du anderen Menschen helfen und mit etwas Übung richtig gut werden in dem, was dir ohnehin liegt. Warum Du deine wertvolle Lebenszeit in deine Stärken stecken solltest und die „Arbeit“ an deinen „Schwächen“ Zeitverschwendung ist, habe ich hier beschrieben.

Also: Was sind deine Stärken? Worin bist Du gut?

Die wenigsten können spontan ihre Stärken aufzählen, wenn sie danach gefragt werden. Das ist schade, denn die Kenntnis der eigenen Fähigkeiten und Stärken schenkt dir Selbstvertrauen und den Mut, Dinge anzupacken.

Stärke bedeutet nicht, in etwas besser zu sein als alle anderen

Übrigens: Nur weil es jemanden gibt, der etwas noch besser kann als Du, heißt das nicht, dass diese Sache nicht trotzdem deine Stärke sein kann! Konkurrenzdenken und der Vergleich mit andern haben bei der Besinnung auf deine Stärken nichts zu suchen.

Mach dir das Selbstverständliche bewusst

Manchmal sind unsere Stärken genau die Fähigkeiten, die wir als selbstverständlich ansehen. Wir denken, dass es normal ist, gut in dieser Sache zu sein und sehen unsere Stärke nicht mehr als etwas Besonderes an. Eben weil uns diese Dinge so leichtfallen. Daher übersehen wir unsere Stärken oft und nehmen sie nicht mehr richtig wahr. Deshalb enthält der 4-Schritte-Plan verschiedene Methoden, die dir eine Reflektion aus mehreren Perspektiven ermöglicht. Denn unterschiedliche Blickwinkel helfen dabei, blinde Flecken ausfindig zu machen und kitzeln manchmal Unerwartetes hervor.

Tipp: Starte mit den Punkten 2. bis 4. und nimm dir genügend Zeit, um diese zunächst für dich selbst zu notieren. Wenn Du dir danach das Feedback aus deinem Umfeld einholst, sind deine eigenen Erkenntnisse weniger beeinflusst von der Meinung anderer. Dieser Abgleich zwischen deiner Eigen- und der Fremdwahrnehmung ist extrem spannend und aufschlussreich!

Der 4-Schritte-Plan:

  1. Befrag Menschen in deinem Umfeld nach deinen 3 größten Stärken

Deine Bekannten, enge FreundInnen und Familie kennen dich und trotzdem sehen sie dich aus einer anderen Perspektive als Du selbst. Daher kann es sehr aufschlussreich sein, einfach mal in deinem Umkreis rumzufragen. Befrage sowohl nahe FreundInnen und Familie als auch entferntere Bekannte oder KollegInnen die dir wohlgesonnen sind, um ein möglichst rundes Bild zu bekommen. Am besten lässt du dir zu jeder Stärke konkrete Beispiele nennen, bei denen sich deine Stärke gezeigt hat.

  1. Folge deiner Freude

Was machst Du gern? Was interessiert dich? Was gibt dir Energie? Was hat dir als Kind Spaß gemacht? All diese Fragen können dir Hinweise auf Dinge geben, die dir nicht nur Spaß machen, sondern sich im Laufe der Zeit zu einer deiner Stärken entwickelt haben (oder sich zu einer Stärke entwickeln könnten).

  1. Worin bist Du gut?

Bei welchen Tätigkeiten erreichst Du gute Ergebnisse, ohne dich anzustrengen? Vielleicht gibt es auch Dinge, bei denen Du nicht verstehst, warum sie anderen schwerfallen und dir nicht. (Dies ist übrigens ein klares Zeichen dafür, dass Du deine Stärke als etwas Selbstverständliches ansiehst und sie nicht mehr als deine Stärke erkennst).

  1. Suche in der Vergangenheit

Welche Probleme und Schicksalsschläge hast Du in der Vergangenheit gemeistert? Auch Du hast sicherlich schon schwierige und herausfordernde Situationen durchlebt und Probleme gelöst. Wie hast Du das gemacht? Schwierige Lebenssituationen lassen uns oft über uns hinauswachsen und enthalten bei näherem Hinsehen Hinweise auf unsere Stärken.

Einmal Stärke, immer Stärke?

Stärken und Vorlieben können wachsen, sich verändern oder auch eine unbedeutendere Rolle in unserem Leben spielen. Je nachdem, wie viel Energie wir in sie investieren. Eine regelmäßige Reflektion über unsere Stärken lohnt sich. Vor allem, weil Stärken nicht etwas Unveränderliches sind, das wir bei der Geburt mitbekommen haben und das bis in alle Ewigkeit gleich bleibt.