#3 Die Geheimwaffe für echte Beziehungen: das größte Geschenk, das Du anderen Menschen machen kannst

Wie oft schenkst Du deinen Mitmenschen deine volle Aufmerksamkeit? Und streifst sie nicht nur mit deinen Blicken, während Du mit deinen Gedanken eigentlich ganz weit weg bist? Selbst und gerade die Menschen, die uns besonders wichtig sind, bekommen nach einem anstrengenden Arbeitstag viel zu selten unsere volle Aufmerksamkeit. Statt die Zeit mit diesen Menschen zu genießen und präsent zu sein, drehen wir uns gedanklich nur um uns selbst und unsere eigenen Probleme.

Echte Verbundenheit schaffen: So geht’s

Alle Menschen möchten gesehen und wahrgenommen werden. Mit deiner Aufmerksamkeit kannst Du enorme Wertschätzung ausdrücken – oder Missachtung, wenn du jemanden wie Luft behandelst. Nur durch Aufmerksamkeit und echtes Interesse an deinen Mitmenschen können tiefe Verbundenheit und echte Begegnungen entstehen. Nur wenn Du anderen deine volle Aufmerksamkeit schenkst, kannst Du sie wirklich wahrnehmen und tiefe Beziehungen leben. Zugewandtheit, Aufmerksamkeit und das wirkliche Interesse an einer anderen Person sind zu 100 % kostenlos. Zugleich sind sie das Wertvollste, das du einem Menschen schenken kannst.

3 konkrete Tipps, um Menschen deine volle Aufmerksamkeit zu schenken

  1. OHREN AUF!

Höre WIRKLICH zu. Und zwar ohne währenddessen schon darüber nachzudenken, was Du gleich antworten willst. Du musst nicht auf alles Gesagte antworten und deinen Senf dazugeben. Wenn Du etwas sagst, gehe auf das ein, was Du gerade gehört hast. Erläutere, was Du von dem Gesagten verstanden hast.

  1. AUGEN AUF!

Schaue genau hin. Wie sieht dein Gegenüber heute aus? Wie ist der Gesichtsausdruck? Wie ist der Blick der Person? Was trägt dein Gegenüber heute? Wie ist die Ausstrahlung? Welche Stimmung kannst Du wahrnehmen?

  1. SEI PRÄSENT!

Sei mit deinen Gedanken und deiner Aufmerksamkeit voll im gegenwärtigen Moment. Denke nicht an morgen, an deine To-Dos, Termine, usw. UND: Schau nicht zwischendurch auf dein Handy, sondern stell den Ton aus und steck es in deine Tasche. Zurückschreiben kannst du später. Die Person, mit der Du dich gerade triffst, schenkt dir in DIESEM Augenblick einen Teil ihrer Lebenszeit.

Warnhinweise: was du riskierst

  • Traurig, aber wahr: Einige Menschen in deiner Umgebung werden diese Art von Aufmerksamkeit ungewohnt, vielleicht sogar unangenehm finden.
  • Vielleicht fühlst Du dich auch selbst seltsam, wenn Du dich voll auf dein Gegenüber konzentrierst, ohne abgelenkt zu sein. Oberflächliche Beziehungen sind leichter zu führen, weil man nicht die Emotionen des Gegenübers wahrnehmen und „aushalten“ muss. Natürlich ist es auch einfacher, sich selbst und seine eigenen Emotionen hinter oberflächlichem „Small-Talk“ zu verstecken.
  • Vielleicht wirst Du auch feststellen, dass Du die Person, die dir gegenübersitzt, bei genauem „Hinsehen“ eigentlich gar nicht richtig magst und den Kontakt nicht aufrechterhalten möchtest.

Was echte Aufmerksamkeit bewirkt

  • Du ermöglichst Begegnungen, die dir lange im Gedächtnis bleiben. Du teilst deine eigene Verletzlichkeit und trägst die der anderen Person mit.
  • Du lernst dein Gegenüber wirklich kennen und nicht nur die Fassade. Durch deine erhöhte Aufmerksamkeit bemerkst Du Dinge, die dir vorher nicht aufgefallen sind. Gespräche werden tiefer und gehaltvoller.
  • Bei deinen „Herzensmenschen“ (also den Menschen, die Du aufrichtig magst) hast Du die Chance, tiefe Beziehungen und echte Verbundenheit durch deine Aufmerksamkeit zu schaffen.

Achtsamkeit und ein aufmerksamer Umgang miteinander können sehr heilsam sein. Und nur, wenn Du aufmerksam bist, kannst du deine Liebe in kleinen Gesten zum Ausdruck bringen (in allen deinen Beziehungen, nicht nur in Liebesbeziehungen).

Ich bin auch nicht immer zu 100 % aufmerksam und achtsam mit meinen Mitmenschen. Aber ich glaube, dass es gut ist, sich immer wieder daran zu erinnern, wie wohltuend es sein kann, voll und ganz „da“ zu sein.

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.“

(Wilhelm Busch)