#4 Wie Du richtig gute Geschenke machst

Ob zu Weihnachten, an Geburtstagen oder als kleine Aufmerksamkeit zwischendurch: Geschenke zu machen, ist einfach toll. Besonders natürlich, wenn dein Geschenk richtig gut ankommt und der beschenkten Person richtig Freude macht. Aber richtig gute Geschenke zu machen ist gar nicht so einfach. Niemand macht absichtlich „schlechte“ Geschenke, mit denen das Gegenüber nichts anfangen kann oder die sogar im schlimmsten Fall zu Irritationen führen. Aber Du hast sicherlich auch schon Geschenke bekommen, die so gar nicht zu deinem Geschmack und deinen Vorlieben passen.

Wie machst du also richtig gute Geschenke?

Eine „Zauberformel“ hierfür gibt es natürlich nicht und auch die unten aufgeführten Tipps sind keine Garantie dafür, dass ab jetzt jedes deiner Geschenke super ankommt. Aber sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass dein Geschenk zur beschenkten Person passt und ihr eine Freude macht. Direkt vorab: Richtig gute Geschenke geben der beschenkten Person das Gefühl, mit ihren Wünschen und Träumen und vor allem als Mensch wahrgenommen und gesehen zu werden. Und sie zeigen, dass sich der/die Schenkende Gedanken gemacht hat.

Wie Du richtig gute Geschenke machst:

  1. Höre zu und sei aufmerksam

Wir zeigen das ganze Jahr über, wofür wir uns interessieren und was uns Freude macht: durch unsere Hobbies, Einkaufsgewohnheiten, unser Lieblingsessen, unsere Kleidung, Gewohnheiten, Ansichten, Ideen, Wünsche und Träume. Schau genau hin: Wie ist die Person eingerichtet? Welche Farben gefallen ihr? Wie ist ihr Geschmack?

Oft sagen wir sogar ziemlich genau, was wir uns wünschen: Wir erzählen, wenn etwas kaputt gegangen ist, wenn uns etwas fehlt oder uns etwas besonders gut gefällt. Das machen alle Menschen. Höre also das ganze Jahr über genau zu (nicht erst 2 Wochen vor Weihnachten oder dem Geburtstag) und sammle die Geschenkideen z.B. in deiner Notizen App im Handy.

  1. Brainstorming mit System

Erstelle eine Liste mit den Menschen, denen Du etwas schenken möchtest. Schreibe zu jeder Person auf, was diese Person ausmacht, wofür sie sich interessiert, was sie beschäftigt und welche Träume sie hat. Überlege dir dann, über welche Geschenke sich diese Person freuen würde und was sie (ausgehend von deinen Notizen) gut gebrauchen könnte.

  1. Ein paar Grundsätze

Wenn Du absolut keine Idee hast, was Du der Person schenken könntest, frag nach, was sie sich wünscht. Und besorg dann EXAKT diese Sache. Keine Variante dieser Sache, die dir selbst besser gefällt. Das Geschenk muss der beschenkten Person gefallen und nicht dir! Grundsätzlich gilt: schenke lieber weniger, aber dafür etwas liebevoll ausgesuchtes, das von hoher Qualität ist.

Und: Zu einem guten Geschenk gehört unbedingt auch eine liebevolle Verpackung. Falls du nachhaltig verpacken möchtest, kannst du das Geschenk z.B. in eine schöne Stoffserviette wickeln, die nach dem Auspacken weiterverwendet werden kann. Im Internet findest du viele tolle Ideen, um Geschenke nachhaltig zu verpacken.

Upps: Was, wenn dein Geschenk doch nicht gefällt?

Du kannst dir noch so viel Mühe geben und vielleicht passiert es doch: Du liegst mit deinem Geschenk daneben. Wichtig: Sei nicht beleidigt, wenn dein Geschenk nicht gut ankommt. Jede/r kann mal mit einem Geschenk danebenliegen. Das ist vollkommen normal. Wichtig ist nur, dass Du erfährst, dass dein Geschenk nicht so gut angekommen ist und vor allem warum. Das ist zwar nicht angenehm, aber nur so verhinderst Du, dass du das nächste Mal wieder daneben liegst. Besser das Geschenk wird umgetauscht, als dass es jahrelang verstaubt in der Ecke liegt und jemand anderem vielleicht mehr Freude gemacht hätte.

… Und was ist, wenn dir selbst mal ein Geschenk nicht gefällt?

Hier scheiden sich die Geister: Sagst Du es der Person oder schweigst du lieber und bedankst dich höflich? Schließlich findet die Person das Geschenk selbst wahrscheinlich sehr schön und es entspricht genau ihrem Geschmack. Je nach Situation kann es tatsächlich umsichtiger sein, wenn Du einfach höflich bist, dich bedankst und nicht sagst, dass dir das Geschenk nicht gefällt. So zum Beispiel bei Personen, die Du nicht oft siehst, zu denen du ohnehin ein angespanntes Verhältnis hast oder die dir schlicht nicht so viel bedeuten.

Wenn Du allerdings ein enges Verhältnis zu der/dem Schenkenden hast, kannst Du durchaus vorsichtig ansprechen, dass dir das Geschenk nicht gefällt oder dass Du dafür keine Verwendung hast. Ich kenne Menschen, die seit Jahren dieselben Dinge geschenkt bekommen, obwohl sie ihnen nicht gefallen. Diese Geschenke werden gespendet, werden weiterverschenkt oder landen im Müll. Und weil die beschenkte Person jedes Jahr aus Höflichkeit so tut, als würde ihr das Geschenk gefallen, bekommt sie jedes Jahr wieder etwas ähnliches. Weil ihr das Geschenk das letzte Jahr doch „so gut gefallen“ hat. Das ist schade und muss bei Personen in deinem engsten Umfeld echt nicht sein. Eure Beziehung hält einen liebevollen Hinweis (vielleicht auch einige Tage oder Wochen nach Übergabe des Geschenks), dass das Geschenk nicht voll „ins Schwarze“ getroffen hat, bestimmt aus und erhöht die Chance, dass es beim nächsten Mal besser klappt.

Schenken macht verletzlich

Gleichzeitig hilft es, sich bewusst zu machen, dass der Akt des Schenkens immer auch ein Risiko ist. Für jeden von uns. Denn niemand kann vorher genau wissen, ob das Geschenk der beschenkten Person gefällt, oder nicht. Und trotzdem versucht man sein Bestes und lässt sich auf dieses Wagnis ein. Dieser Mut sollte gesehen und anerkannt werden.

UND: in jedem Geschenk steckt ein Stück Selbstoffenbarung. Das heißt, dass das Geschenk manchmal gar nicht so viel über die Person aussagt, die es erhält, sondern oft viel mehr über die/den Schenkenden. Was hat sie oder er in der Absicht ausgewählt, dir eine Freude zu machen? Welche Art von Geschenk hielt diese Person für die Art von Beziehung, die ihr zueinander habt, angemessen und stimmig?

Spezialthema: Weihnachtsgeschenke

Besonders an Weihnachten kann die Fixierung auf Geschenke nicht nur wahnsinnig anstrengend für alle Beteiligten sein, sondern auch einen schalen Beigeschmack haben.  Nämlich dann, wenn alle gleichzeitig an Heiligabend ihre Geschenke aufreißen und die Bescherung in eine Art Geschenke-Aufreiß-Marathon ausartet, bei dem jede/r sich nur auf sich selbst und ihre/seine Geschenke konzentriert.  

Eine schöne Tradition kann hier z.B. sein, dass jede/r reihum jeweils nur ein Geschenk öffnet und dann der/die Nächste an der Reihe ist. So freut sich jede/r schon beim Auspacken der anderen mit und jedes Geschenk bekommt die volle Aufmerksamkeit der gesamten Runde.  

Geschenke brauchen keinen Anlass

Großzügig zu sein und Geschenke zu machen ist etwas wunderbares, das Du das ganze Jahr über auch ohne Anlass machen kannst. Jede/r freut sich, wenn du ihr/ihm Lieblingssüßigkeiten, kleine Snacks, Blumen oder andere kleine Mitbringsel und Gastgeschenke mitbringst. Und es muss nicht immer etwas Teures sein. Ein Überraschungsausflug, eine gemeinsame Unternehmung oder etwas selbst Gemachtes sind oft sogar persönlicher und bleiben lange in Erinnerung.