#5 Die 4 Tipps zum Umgang mit der Angst vorm Scheitern

Sicherlich kennst Du das auch: Du hast seit einiger Zeit (vielleicht auch schon Jahre) eine Idee im Kopf, die Du gern in die Tat umsetzen würdest: Du möchtest deinen Job wechseln. Oder in einem anderen Land leben. Oder ein Unternehmen gründen. Oder ein Buch schreiben… Du warst schon mehrere Male ganz kurz davor anzufangen. Oder vielleicht hast Du auch schon einige Male mit der Umsetzung oder der Recherche für dein Herzensthema begonnen. Aber dann bekommst du Bedenken: Was ist, wenn das Ganze nicht funktioniert? Bin ich überhaupt qualifiziert genug? „Lohnt“ sich das Ganze überhaupt? Was sagen meine FreundInnen/Eltern/NachbarInnen/KollegInnen dazu? Was ist, wenn ich scheitere und mich blamiere?

Kurz: Du findest 1.000 Gründe, warum Du es lieber lassen solltest.

Auf diese Weise hält uns die Angst vorm Scheitern davon ab, es überhaupt zu versuchen und unsere Träume in Angriff zu nehmen.

Mein Geständnis: Ich habe ganze acht Jahre gebraucht, um „Potentialhub“ zu starten.

… Acht Jahre! Ist das nicht verrückt?

Seit dem Jahr 2012 habe ich in regelmäßigen Abständen immer wieder über mögliche Namen geknobelt und mir über Inhalte und den Aufbau der Website Gedanken gemacht. Ich weiß also genau, wie es sich anfühlt, seinen Traum immer wieder „auf später“ zu verschieben.

Was hilft Dir also dabei, den Stein ins Rollen zu kriegen?

Bei genauerem Hinsehen stellt sich oft heraus, dass es ein ganzes Motivbündel ist, das uns vom „ins Handeln kommen“ abhält. Mir hat es sehr geholfen mir immer wieder darüber klar zu werden, was mich gerade bremst. Rückblickend haben die vielen „Schleifen“ dazu geführt, dass meine Idee immer weiter gereift ist und ich mich irgendwann bereit gefühlt habe, loszulegen. Die nachfolgenden Schritte sind daher eine Einladung an dich, genau hinzuschauen und in dich hineinzuhorchen: Sind deine Bedenken begründet? Oder sind es nur Ausreden, mit denen Du dich selbst sabotierst? Vielleicht muss deine Idee noch reifen, aber vielleicht stellst Du bei näherem Hinsehen auch fest, dass Du eigentlich bereit bist.

4 Tipps zum Umgang mit der Angst vorm Scheitern:

  1. Erhöhe deine Fehlertoleranz

Erlaube dir Fehler zu machen und zu scheitern. Klar: Niemand macht gern Fehler, aber Fehler gehören einfach dazu, egal wie gut Du dich vorbereitest. Die meisten „erfolgreichen“ Menschen sind in ihrem Leben unzählige Male gescheitert. Nur sind diese vielen Fehlversuche natürlich nicht sichtbar und öffentlich. Deswegen gefällt mir auch die Idee der „CV of failure“ so gut.

Wenn du perfektionistisch veranlagt bist, habe ich einen Extra-Tipp für dich:

Übe dich darin, Fehler zu machen. Falle absichtlich durch eine (unwichtige) Prüfung. Schicke eine E-Mail mit einem Tippfehler ab. Oder trage ein Kleidungsstück mit einem Fleck. Und beobachte dann, was passiert. Bemerkt überhaupt irgendjemand den Fehler? Hat der Fehler Auswirkungen auf dein Leben? Meistens erwarten wir, dass furchtbare Dinge passieren, wenn wir Fehler machen. Und wenn es tatsächlich mal so weit kommt, passiert nicht wirklich etwas Dramatisches.

  1. Mache deine Hausaufgaben (und gehe dann los!)

Schaue deinen Ängsten ins Auge: Denke deine Angst-Szenarien durch und überlege dir Gegenmaßnahmen. Was ist dein Plan B? Was wäre dein persönlicher Worst Case und wie würdest Du damit umgehen? Wenn dir Informationen fehlen und Du mit deiner Internetrecherche nicht weiterkommst, lass dich beraten. Kennst Du jemanden, der deinen Traum bereits verwirklicht hat? Wenn Du nett fragst, helfen die meisten Menschen gern weiter.

Falls Du in Deutschland lebst, bist du ohnehin im weltweiten Vergleich gut abgesichert. Wenn Du z.B. planst, dein eigenes Unternehmen zu gründen, ist das Schlimmste, was dir (finanziell) passieren kann, eine (Privat-) Insolvenz.Klar ist das keine schöne Situation und man muss sich in einem solchen Fall für einige Jahre finanziell stark  einschränken. Aber ist das wirklich so schlimm? In Deutschland hat man trotz Privatinsolvenz meistens immer noch ein Dach überm Kopf und verhungern wird man auch nicht.

Das Wichtigste: Wenn Du deine Angst-Szenarien durchdacht hast, fange mit der Umsetzung an und leg los!

  1. Die Umsetzung: Starte klein und teste deine Idee

Wenn es an die Umsetzung geht, denkst Du vielleicht, Du müsstest sofort auf volles Risiko gehen und dein gesamtes Leben umkrempeln. Kein Wunder, dass Du dann Angst bekommst und nie loslegst. Starte also lieber erstmal klein, aber fang an! Du möchtest den Job oder die Branche wechseln? Unterhalte dich mit Leuten, die deinen Traumjob schon machen. Mach ein Praktikum, engagiere dich ehrenamtlich oder suche dir einen Nebenjob in dem Bereich, der dich reizt. Auf diese Art kannst Du deinen Traum auch gleich einem „Realitätscheck“ unterziehen. Falls Du dann merken solltest, dass das Ganze nichts für dich ist, hast Du nicht viel riskiert. Zugleich hast Du nun die Gewissheit und kannst deine Energie in andere Dinge stecken.

  1. Sei nett zu dir selbst

Feiere kleine Erfolge. Mache genügend Pausen und sei stolz auf dich, auch wenn Du „nur“ kleine „Trippelschrittchen“ machst. Mach dich nicht fertig, wenn Du Fehler gemacht hast, sondern versuch es mit Humor zu nehmen. Dein Wert als Mensch hängt nicht davon ab, dass Du etwas leistest! Die Verwirklichung deiner Träume ist im Grunde genommen ein Geschenk, dass Du dir selbst machst: Du bist es dir wert, für deine Träume loszugehen, dein Leben aktiv in die Hand zu nehmen und nach deinen Wünschen zu gestalten.

Was wäre, wenn … Du es nicht probierst?

Einer der Gedanken, die mich persönlich mit am meisten motiviert hat, wirklich loszulegen, ist folgender: Stell dir vor, wie deine Zukunft aussehen wird, wenn Du deinen Traum nicht in die Tat umsetzt und einfach weitermachst wie bisher: Wo wirst Du dann in 5, 10, 20 Jahren stehen? Welche Art Mensch wirst du dann vermutlich sein? Wie wirst Du dich fühlen? Wie wird dein Leben aussehen? Was ist also die Alternative, wenn Du es nicht versuchst?

 

„Aufzugeben ist der einzige sichere Weg, um zu scheitern.“

Gena Showalter

 

Möchtest Du am Ende deines Lebens voller Bedauern zurückschauen und dich fragen, wie dein Leben wohl verlaufen wäre, wenn Du für deinen Traum aufgestanden wärst und es versucht hättest?

Die Kraft der Imagination: Wie sieht dein Leben aus, wenn Du dein Ziel erreicht hast?

Stell dir vor, wie es ist wenn Du dein Ziel erreicht hast und mal es dir in allen Einzelheiten aus: Wie fühlst Du dich? Löst die Verwirklichung deines Traums Freude in dir aus? Welche Auswirkungen hat das Erreichen des Ziels auf die unterschiedlichen Bereiche in deinem Leben? (Auf deinen Alltag, dein Lebensgefühl, deine Beziehungen, deine Familie, deine Finanzen, dein Wohnumfeld, …) 

Ich habe festgestellt, dass die Dinge, vor denen ich am meisten Angst hatte, rückblickend oft das größte Wachstumspotential für mich bereithielten. Es sind also gerade solche Dinge besonders wertvoll und lehrreich für mich gewesen, die ich trotz meiner Ängste angegangen bin und „durchgezogen“ habe. Deine Komfortzone zu verlassen, lohnt sich also und ist enorm lehrreich. Also steh auf und geh los für deine Träume!