#10 Die Macht deiner Gedanken: Wie deine Gedanken dein Leben prägen

Von außen betrachtet verläuft das Leben der meisten Menschen ziemlich unspektakulär: Sie stehen morgens auf, gehen zur Arbeit, unterhalten sich, essen, gehen Freizeitbeschäftigungen nach und schlafen. Ab und zu gibt es riskante Momente, aber im Grunde passiert nicht viel Spannendes. 

In ihren Gedanken durchleben dieselben Menschen währenddessen allerdings oft die größten Dramen. Spielen Streitgespräche mit anderen Menschen durch, die nie stattfinden werden, gehen Alltagssituationen immer und immer wieder im Kopf durch, sorgen sich um Dinge, die nie eintreten werden und beschimpfen sich selbst beim Blick in den Spiegel.

Deine Gedanken haben einen enormen Einfluss auf dein Leben

Diese Gegenüberstellung der „Außen- und Innenwelt“ zeigt eindrucksvoll, dass die Ursachen für Schwierigkeiten, empfundenes Unglück und Unzufriedenheit oft gar nicht in unseren Lebensumständen, sondern in unseren Vorstellungen und Überzeugungen, also in unseren Gedanken zu finden sind. Mit unseren Gedanken und verinnerlichten Glaubenssätzen halten wir uns selbst von der Entfaltung unserer Potenziale ab und beschränken uns unnötig. Es ist erstaunlich: Wir glauben unseren eigenen Gedanken und Bewertungen sogar oft mehr als der Realität, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen.

Deine Gedanken lösen Gefühle in Dir aus

Deine Gedanken sind wie ein inneres Gespräch, das Du permanent mit dir selbst führst. UND: deine Gedanken sind in den allermeisten deiner Alltagssituationen Auslöser für deine Gefühle (Ausnahmen hierzu bilden natürlich Gefühle mit physischer Ursache wie körperlicher Schmerz, Kälte- und Hungerempfinden, etc.). Denn um dich herum kann alles noch so schön sein, aber je nachdem wie Du die Welt (mit  deinen Gedanken) bewertest, kannst Du dich in der Hölle auf Erden befinden.

Nutze deinen Verstand und deine Gedanken als Werkzeuge

Der Verstand und die Welt der Gedanken sind sehr nützliche Werkzeuge, die Du hervorragend zur Lösung eines konkreten Problems einsetzen kannst. Ansonsten kann ein unkontrolliertes Gedankenkarussel aber auch ziemlich anstrengend sein. Dementsprechend ist es sehr hilfreich, das Denken bewusst einsetzen und nicht zum Sklaven deiner eigenen Gedanken werden.

Überzeugungen sind „Überlebensstrategien“

Deine Lebensbedingungen haben weniger Einfluss auf deine Zufriedenheit und dein Glück als Du wahrscheinlich denkst. Es ist in den allermeisten Fällen vielmehr deine eigene Bewertung einer Situation, die darüber entscheidet wie Du dich fühlst und wie zufrieden Du mit etwas bist. 

Und wie Du etwas bewertest, hängt ganz entscheidend davon ab, welche Erfahrungen Du in deinem Leben bisher gemacht hast und vor allem, mit welchen „Strategien“ Du in Vergangenheit erfolgreich die in deinem Leben aufkommenden Herausforderungen und Schwierigkeiten gemeistert hast. Wenn Du oft genug Probleme in einer bestimmten Art und Weise bewältigen konntest, verdichten sich diese Erfahrungen zu einem inneren Muster. Dieses Muster sind deine inneren Überzeugungen, die dein Handeln, Denken und deine Gefühle leiten.

Unser Gehirn ist formbar- das gesamte Leben lang

Die gute Nachricht ist: Unser Gehirn formbar und verändert sich unser gesamtes Leben lang durch die Erfahrungen, die Du machst (Hirnforscher bezeichnen dies als „Neuroplastizität“). Insbesondere dann, wenn wir unser Gehirn mit Begeisterung immer und immer wieder in einer bestimmten Weise benutzen, formen sich neue Muster und innere Überzeugungen. Diesen Effekt kannst du also bewusst für dich nutzen und deine inneren Muster verändern.

Impulse für einen achtsamen Umgang mit deinen eigenen Gedanken

  1. Untersuche deine Innenwelt

Wenn das nächste Mal starke Gefühle (z.B. der Wut, Trauer, Enttäuschung, aber auch Freude etc.) in dir aufkommen, beobachte dich selbst und versuche zu unterscheiden: War das Gefühl zuerst da, oder zuerst ein Gedanke (z.B. an eine traurige Situation in der Vergangenheit), der deine Gefühle erst ausgelöst hat?

  1. Hinterfrage deine Überzeugungen

Mache dir bewusst, welche Überzeugungen Du in Bezug auf die unterschiedlichen Bereiche deines Lebens hast (insbesondere in solchen Bereichen, die aus deiner Sicht nicht „rund“ laufen). Welche Geschichten erzählst Du dir selber in Gedanken über dich und diese Bereiche in deinem Leben? Wie sind diese Geschichten entstanden? Und sind sie wirklich wahr? Gibt es jemanden, der dieselbe Situation ganz anders wahrnehmen würde?

  1. Achtsamkeitsübungen, Meditation

Regelmäßige Achtsamkeitsübungen und Meditation bringen viele Vorteile mit sich und sind eine wunderbare Möglichkeit, um unsere Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig zu erkennen, dass wir nicht mit unseren Gedanken identisch sind. Hier findest du eine sehr wirkungsvolle Achtsamkeitsübung, die Du einfach und jederzeit in deinem Alltag integrieren kannst.

  1. Dankbarkeit

Einer der effektivsten und zugleich einfachsten Dinge, mit denen wir die Denkstrukturen unseres Gehirns positiv beeinflussen können, sind Dankbarkeitspraktiken. Studien der Universität Berkeley zufolge wirkt sich regelmäßig praktizierte Dankbarkeit nachweislich positiv auf unser Denken, Fühlen, unseren Körper und insbesondere unser Gehirn aus (klicke hier für die Ergebnisse). Neugierig? Lad dir gern das Worksheet „Dankbarkeitsübung“ herunter.

Dankbarkeit verändert unser Gehirn

Indem wir uns auf die Dinge besinnen, für die wir dankbar sind, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf all die guten Dinge in unserem Leben, anstatt ständig auf das zu schielen, was uns vermeintlich fehlt. Dadurch bahnen sich neue Verknüpfungen in unserem Gehirn, die die den Forschern zufolge noch Monate später nachweisbar sind. Allerdings zeigen sich die positiven Effekte laut der oben genannten Studie nicht sofort, sondern bauen sich erst kontinuierlich über einen längeren Zeitraum auf und werden mit der Zeit immer stärker. Wie auch in anderen Lebensbereichen benötigt der Aufbau neuer Verbindungen und Überzeugungen im Gehirn also etwas Zeit.

Gedanken gehören zu unserem Leben

Wir können den Fluss unserer Gedanken nicht abschalten, allerdings können wir lernen, einen bewussteren und achtsameren Umgang mit unseren Gedanken zu üben. Das funktioniert natürlich nicht über Nacht, sondern braucht Zeit und viel Übung. Dadurch wird es dir allerdings nach und nach gelingen, den Strom der Gedanken zumindest zeitweise zu unterbrechen und dich nicht mehr so stark mit deinen wild umhertanzenden Gedanken zu identifizieren.

 

Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken.

Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Buddha