#11 Ist Persönlichkeitsentwicklung egoistisch?- Die größten Vorurteile über Persönlichkeitsentwicklung

Ist Persönlichkeitsentwicklung ein „Luxusthema“, das sich nur diejenigen leisten können, die keine „richtigen“ Probleme haben? Ist persönliche Weiterentwicklung nicht total egoistisch? Frei nach dem Motto: „Hauptsache, es geht MIR in meinem Mikrokosmos gut“? Persönlichkeitsentwicklung kann (und wird) von einigen Menschen bestimmt in diesem Sinne verstanden. Bei Potentialhub wird Persönlichkeitsentwicklung und persönliches Wachstum allerdings als Grundvoraussetzung dafür gesehen, etwas in der Welt zu verändern. Sie ist also notwendige Voraussetzung, um sich in einer konstruktiven Art und Weise für gesellschaftlichen Wandel einzusetzen.

Wie das zusammenpasst und was das Ganze mit den größten Vorurteilen über Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat, erfährst Du hier:

  1. „Persönlichkeitsentwicklung ist ein Luxusthema für Menschen, die sonst keine Probleme haben“

Viele Menschen haben den Eindruck, dass Persönlichkeitsentwicklung nur so etwas wie die „Kür“ ist, nachdem man alle anderen existenziellen Bedürfnisse in seinem Leben befriedigt und keine anderen („richtigen“) Probleme mehr in seinem Leben hat. Das dem keinesfalls so ist, wissen all diejenigen Menschen, die schon einmal existenzielle Krisen, Schicksalsschläge und richtig schwierige Momente in ihrem Leben durchlebt haben. Die Fähigkeit solche Erlebnisse zu verarbeiten und nicht daran zu zerbrechen, hat zwar auch mit deinem sozialen Umfeld und äußeren Lebensbedingungen, aber in erster Linie etwas mit deiner Persönlichkeitsstruktur zu tun und wird heutzutage unter dem Stichwort „Resilienz“ diskutiert. Die Frage, wie Du mit extremen (emotionalen) Krisen- und Überforderungssituationen umgehst, ist also nur für diejenigen Menschen ein „Luxusthema“, die sich selbst noch nie in einer solchen Lebenssituation befunden haben und es bisher schlicht nicht „nötig“ hatten. Für alle anderen (die sich an emotionalen Abgründen befinden oder befunden haben) wird Persönlichkeitsentwicklung allerdings zur überlebensnotwendigen Frage.  

  1. „Persönlichkeitsentwicklung ist egoistisch („Hauptsache, MIR geht’s gut“)“

Auf Potentialhub wird Persönlichkeitsentwicklung wie folgt verstanden: Es geht hierbei um die Entwicklung, Einübung und das Leben von Verhaltensweisen, Denk- und Gefühlsmustern, die Dir eine bessere Beziehung zu dir selbst, deinen Gefühlen, deinen Gedanken und Erlebnissen ermöglichen, damit Du gesündere Beziehungen mit anderen Menschen leben kannst. Hierzu gehören sowohl Beziehungen zu Menschen in deinem engeren Umfeld und Bekannten, als auch zu Menschen, die Du (noch) nicht kennst.

Zu Persönlichkeitsentwicklung gehören damit Dinge wie: Umgang mit schwierigen Gefühlen, Aushalten können von Widersprüchen und Komplexität in der Welt (bei dir selbst und anderen Menschen), Empathie, Beziehungsfähigkeit, Wahrhaftigkeit, Leben im Einklang mit deine Werten, eine konstruktive Kommunikationskultur, Fähigkeit zum kritischen Denken, zum Ausdruck deiner Gefühle und vieles mehr.

Das Problem ist nur: Diese Dinge werden einem nirgendwo beigebracht. Dabei sind sie die Grundvoraussetzung dafür, dass wir eine neue Form des Zusammenlebens entwickeln und die Herausforderungen, vor denen wir als Menschheit stehen, gemeinsam bewältigen können. Dich bei deiner „eigenen Nase“ anzupacken, ist daher nicht egoistisch, sondern die einzige Möglichkeit, etwas in der Welt zu verändern und das Leben für alle Menschen auf dieser Welt zu verbessern!

  1. „Persönlichkeitsentwicklung klingt für mich nach Selbstoptimierung. Wie soll man denn damit etwas in der Welt verändern?“

Persönlichkeitsentwicklung bedeutet nicht, sich von der Welt abzukapseln und das, was jeden Tag in der Welt passiert, auszublenden. Bei Potentialhub soll es auch nicht darum gehen, den Blick nur noch auf sich selbst und das Positive zu richten, um sich dann wohler zu fühlen und in seiner gemütlichen, heilen (Wohlstands-) Welt „einzurichten“. Sogar ganz im Gegenteil. Persönlichkeitsentwicklung dient dazu, voll mit beiden Beinen im Leben zu stehen können, um den Blick in die Welt zu richten und konstruktiv und mutig mit dem umzugehen, was uns dort begegnet. Um genauer bei Missständen, kriminellen Machenschaften und zwischenmenschlichen Problemen hinschauen zu können und um Spannungen, Widersprüche und Andersartigkeit in der Welt, in sich und bei anderen aushalten zu können.

Wie drückt man seine Gefühle und Gedanken so aus, dass es für unser Zusammenleben förderlich ist und wir Probleme jenseits von Parteigrenzen, Bildungshintergrund und anderen Beruf gemeinsam angehen können? Hierzu gehört auch, trotz Gegenwind „den Mund aufzumachen“ und für Werte einzustehen, diese Werte und sich selbst aber auch immer wieder zu hinterfragen. Man muss ganz schön viel mitbringen, um das auszuhalten, was aktuell in unserer Welt und Gesellschaft „abgeht“. Und nochmal mehr, um damit konstruktiv zu arbeiten und das Gemeinsame im (scheinbar) Unvereinbaren zu entdecken. Es ist an jedem Einzelnen von uns, die Richtung mitzugestalten, in die sich unsere Welt entwickelt. Und dafür ist es essenziell, erstmal vor der „eigenen Türe zu kehren“.

  1. „Menschen bleiben immer wie sie sind und werden sich nicht ändern“

Wenn du mich fragst: Ja und nein. Ich glaube, dass Du andere Menschen nicht ändern kannstMenschen ändern sich nur, wenn sie es selbst möchten (und das ist ja auch gut so!). Das heißt aber auch: Jede Veränderung kann denknotwendig nur bei dir selbst beginnen. Du kannst nur dich selbst ändern! Jede/r der/die das schonmal versucht hat, merkt aber auch: Das geht nicht über Nacht. Und du musst es WIRKLICH wollen. Dafür brauchst Du ein starkes „WARUM“, also einen oder mehrere Gründe, die dich ganz tief aus deinem Inneren heraus motivieren.

  1. „Können wir unsere Persönlichkeit überhaupt „entwickeln“? Menschen können sich doch gar nicht verändern.“

Früher hat man tatsächlich angenommen, dass die Herausbildung der Persönlichkeit mit 30 Jahren abgeschlossen ist. Ab diesem Alter seien nur noch minimale Veränderungen innerhalb der bereits entwickelten (stabilen) Persönlichkeitsstruktur möglich. Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass diese Annahme nicht richtig ist und sich die Persönlichkeit eines Menschen auch noch im hohen Alter verändern kann. Eine große Rolle spielt hierbei natürlich, ob Menschen sich verändern wollen (vgl. Punkt 3).

  1. „Und wie sieht‘s bei dir selbst aus? Bist du schon „perfekt“ entwickelt oder warum schreibst du hier?“

Direkt vorweg: Ich bin alles andere als perfekt. Ich vertue mich, mache viele Fehler und ändere meine Meinung. Auch ich habe Vorurteile, blinde Flecken und verhalte mich nicht immer richtig. Mit Potentialhub möchte ich eine Änderung der Denkrichtung anregen um die Probleme unserer Welt durch eine Veränderung jedes Einzelnen von uns Schritt für Schritt anzugehen. Ich weiß: Das ist ein ganz schön ambitioniertes Ziel. Aber ich bin nicht allein. Überall auf der Welt beginnen Menschen zu verstehen, dass ein „Weiter so“ keine Option ist und machen sich auf den Weg, dafür zu kämpfen, dass wir die Herausforderungen unserer Welt in einer radikal anderen Art und Weise lösen, als wir es bisher als Menschheit getan haben.

Wichtig: Nimm nicht einfach alles als „wahr“ und „richtig“ hin, was auf Potentialhub steht. Denk darüber nach, diskutier mit anderen Menschen darüber und bilde dir deine eigene Meinung.

 

PS: Schick mir gern deine Vorurteile zum Thema „Persönlichkeitsentwicklung“ an: team@potentialhub.de oder über Instagram und werde Teil dieses Beitrags!